Press lounge - Publications - Blauer Bomber

US-CORRADO VOL AUF TIEFFLUG. SEIT SIE SELTENER WERDEN LECHZT DIE SZENE IMMER
MEHR NACH CORRADOS.
Der Corrado ist im Kommen; interessant umgebaute Wolfsburger Coupes bereichern
immer mehr die Szene-Treffen. Zu den absoluten "Glanzstücken" gehört Michael Heintels
US-Modell, das gleich in mehrfacher Hinsicht zu den Topp-Autos zählt: extrem tief
(mit 15 Zoll), extrabullig-breit, hellblau schillernder Sonderlack, cleane Karosserie - und
vieles mehr.
"Ursprünglich wollt ich ein schönes Schwarz", schmunzelt der Büdinger - gemeinsam mit
Kumpel Marco Reinert tüftelte man einen speziellen, dunklen Effektlack aus. Dann, wie
aus heiterem Himmel, die Begegnung mit einem Alfa 156 auf der Straße und alle Pläne
waren weggefegt. Das schillernde Hellblau mit viel Silber und Perlmuttgelb ("Azzurro Nuovola")
hatte es Michael angetan und Marco "durfte" die Alfa-Farbe in langwieriger Arbeit aufs Blechkleid
des 92er US-Modells zaubern.
MOTOR RAUS, MOTOR REIN - DER HEUTIGE VR6 BLEIBT ERSTMAL "SERIE"
Vorher waren freilich etliche Karosseriearbeiten zu erledigen, denn Michael wusste schon
beim Kauf ganz genau, was er wollte: "in meinem Kopf war das Auto schon fertig, mit Sidepipe
und allem - bis auf die Farbe natürlich". Ursprünglich war der aus Bamberg gekaufte Wagen
"Flashrot" und bis auf den Rieger-Grillspoifer "Serie" - so wie sich das für eine gute
Tuning-Basis gehört. Als erstes baute Michael den VR6 aus, säuberte den Motorraum und schliff
alles ab, ehe Marco die neue Alfa-Farbe auftrug. Doch es sollte nicht das letzte Mai gewesen
sein, dass die Motorhaube abgenommen werden musste. "Viermal haben wir rausund reingebaut",
erinnert sich der VW-Schrauber - der erste Motor klapperte, ohne dass man den Fehler finden
konnte; am zweiten Triebwerk rissen auf der Autobahn die Ventile und deshalb ist jetzt ein
ganz normaler 2,81 Golf-VR6 drin - kein Tuning, kein gar nichts: "Hauptsache, ich hab mal Ruhe".
Ein rennmäßiger KingdragonLuftfilter durfte es natürlich schon sein und optisch hat Michael das
Six-pack mit Wagenfarbe, polierter Ansaugbrücke und Klimaleitung, sowie Carbonfolie an Batterie
und Kühlerblende veredelt. Inzwischen sind auch "leistungsfördernde Maßnahmen nicht mehr ausgeschlossen.
|
 |
| 8,5 und 9J x 15 Zoll TH-Lines - Die Einpresstiefen sind der Hit. |
|
|
 |
|
8,5 UND 9J X 15 ZOLL TH-LINES - DIE EINPRESSTIEFEN SIND DER HIT
Grundstein für den Extremumbau sind natürlich die dreiteiligen Revo TH-LineFelgen
in 8,5J x 15" und 9J x 15". Michael hatte bei der Bestellung schon alles ausgemessen gehabt;
vorn sollten ET 31-Räder mit je 20 mm-Distanzscheiben zum Zuge kommen (Kontakt Bremssattel),
hinten Alus in Einpresstiefe 5. Geliefert wurde allerdings ET minus 1, was dem 29jährigen
Karosseriebauer eine weitere Nacht an den Radläufen bescherte. Die Blecharbeiten sind aufwendig
durchgeführt - vorn wurde aufgeweitet und pro Seite fünf Stangen Zinn verbraucht. Hinten musste
noch extremer ausgestellt, wieder verschweißt und verzinnt werden (neun Stangen), um die 215/4015er
Dunlops SP9000 unterzubringen. Front- und Heckstoßfänger sind ausgestellt.
WIE CLEAN DARF'S DENN SEIN? DAS CORRADOHECK IST EIN GENUSS
Damit nicht genug - der Corrado bekam ein komplettes "Clean-Programm". Beispiel Heck:
die Stoßstange ist komplett geglättet; die Aussparungen für Abschlepphaken und Auspuff
fehlen (Abt-Sidepipe). Ohne Wischer. Schiass. Emblem und Schriftzug kommt die Heckklappe
des US-Modells aus. Und die Kennzeichenmulde stammt aus einem Golf 111, wurde von Michael
aber modifiziert (keine Griffleiste, insgesamt schmäler, weichere Kanten). Dazu ..errötete"
Rückleuchten, weil's einfach besser passt. Die Front steht der Kehrseite des VR6 in nichts nach.
Allein der glatte Stoßfänger keine Kennzeichenaussparung) macht viel her. Schwarze Scheinwerfer,
Blinker und Nebelleuchten verfehlen ihre Wirkung nicht was es nicht im Zubehör gibt, wurde
eigenhändig getönt. Von Flieger stammt der namenlose Grill, Der, Einarmwischer hat Michael
,.mal eben" selbst gebaut - aus einem Scirocca 11-Arm mit CorradoGestänge. Noch nicht auf den
Fotos: Passat-Türgriffe vom 35i-Faceia~. Sehr wohl zu sehen: originaPe BMW M3-Spiegel, die direkt
an die VW-Säulen-Ecken angepasst wurden und die "natürlich" elektrisch verstellbar und beheizt sind.
TIEFERLEGUNG? MAXIMAL! - SPEZIALÖLWANNE IN VORBEREITUNG
Natürlich ist die Tieferlegung des Autos der absolute Haimmer; Michael sagt ja bescheiden
"ne ganze Ecke", was umgerechnet gut 100 mm sein dürften. Den Hauptanteil erledigt ein
KW-Gewindefahrwerk mit härteverstellbaren Konis, an der Vorderachse unterstützt von
Bonrath-Domlagern. Schaber mit dem Frontspoiler sind vorprogrammiert und auch Ölwanne, Querlenker
oder Kat mache bisweilen unfreiwillig Bekanntschaft mit der rauhen Asphaltdecke. "Ich krieg `ne
spezielle Ölwanne, kürzer und dafür breiter", berichtete Michael beim Fototermin. Hier noch die
Änderungen in letzter Minute: statt Sony steilt nun VDO dayton das Steuergerät und ein DVDPiayer
mit 7-Zoll PanasonicMonitor wurde in die Mittelkonsole integriert. Der von Kumpel Marco bereits
sehr appetitlich angerichtete Kofferraum wurde ebenfalls umbestückt: voll verchromte Endstufen
und zwei statt nur einem 30er JL-Woofer (in der Bodenplatte versenkt) geben neuerdings den Ton an.
Zwei 16er Bässe pro Seite beackern aus Jehnert-Türpaneeien den Fahrgastraum. Die graue Lederausstattung
besorgte Michael aus einem deutschen Modell; die Instrumentenzeiger hat er leuchtorange eingefärbt.
Das auf den Fotos abgebildete 32er Momo Monte Carlo wich inzwischen einem 30er Steuerrad.
KEIN AUFWAND ZU VIEL - KÜRZLICH NEU LACKIERT MIT MEHR GELB
Wer den "blauen Bomber" auf einem Treffen in letzter Zeit gesehen hat, dem ist vielleicht
der etwas andere Farbton aufgefallen: mehr Perlmutt, mehr Gelb funkelt inzwischen am
CorradoBlech - Marco hat das Auto komplett neu lackiert! So ist es eben bei Perfektionisten,
scheinbar "kleine" Veränderungen werden mit großem Aufwand umgesetzt, um ein optimales Ergebnis
zu erziehlen. Man darf gespannt sein, mit welchen weiteren Modifikationen Michael die Szene noch
überrascht!

Quelle: VW Tuning,Sonderausgabe Nr. 28, Seite 38ff